Dienstleute beschwerten sich über schlechte Behandlung
Das Verhältnis zwischen den Pächtern einerseits, ihrem Gesinde, dem Amt Schönberg und den Selmsdorfer Bauern andererseits war nicht immer friedlich. Im 18. Jahrhundert gab es unter dem Pächter Steinmann zahlreiche Beschwerden der Dienstleute über Schläge und schlechte Behandlung – Klagen, die sich die Leibeigenen im übrigen Mecklenburg nicht vorzubringen getraut hätten. Sonst gab es Streitereien um Wegerechte, das Einschlagen von Holz, wegen Kirchstuhl- und Fischereiangelegenheiten und immer wieder um Schafdriften, die über die Äcker der Bauern gingen und denen die Möglichkeit nahm, ihr eigenes Vieh auf den abgeernteten Flächen weiden zu lassen. Vorgeschrieben war den Pächtern die Anzahl von Bäumen, die sie zu pflanzen und zu pflegen hatten. Wurde die Pachtung abgegeben und es fehlten Bäume, wurden für einen Obstbaum 16 und für eine Weide acht Silbergroschen Strafe erhoben. Jährlich mussten zwölf Obstbäume und 100 Weiden angepflanzt werden. Im Jahre 1792 gab es auf Hof Selmsdorf 90 Apfel-, 14 Birnen-, 216 Pflaumen-, 14 Kirschbäume und 1243 Weiden.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Milchwirtschaft endgültig von Schafen auf Kühe umgestellt. Pfingsten 1858 schlug der Blitz in das Viehhaus, 330 Rinder kamen in den Flammen um, nachdem der Meier „mit großer Mühe“ gerettet werden konnte.
