selmsdorf.de
28.05.2007 17:05 3 Jahre

Teschower waren gut versorgt

Von: Quelle: OZ

Fleisch, Wurst und andere Dinge des täglichen Bedarfs konnten die Teschower früher in ihrem Konsum kaufen. Die Versorgung war eigentlich immer gesichert, wie Editha Luckow berichtet. Engpässe gab es höchstens, wenn die Grenzkompanie einmal eine Lieferung abfing und diese nicht an die Bevölkerung weitergereicht werden konnte. Ohnehin gingen die Grenzer in dem kleinen Ort nahe Selmsdorf ein und aus. Kein Wunder, Teschow lag nicht nur im Grenzgebiet, sondern zudem noch im 500-Meter-Streifen. Der Westen war hier so nah wie kaum anderswo.

Ihren Ausweis mussten auch Editha und Wilfried Luckow deshalb immer bei sich haben. Die Einreise in den Wohnort, sie konnte schon mal schwierig werden, wie das Ehepaar im Gespräch mit der OZ erzählt. Es gab nämlich feste Zeiten, wann der Schlagbaum ganz geschlossen wurde. Wer als Teschower mal bis nach Mitternacht auswärts feierte, der kam dann nicht wieder zurück. Es sei denn, er hatte das am Kontrollpunkt rechtzeitig angemeldet.

Apropos Anmeldung: Wollten Verwandte ihre Angehörigen in Teschow besuchen, so mussten sie das vier Wochen zuvor anmelden. „So war man vor unerwartetem Besuch immer sicher“, scherzt Wilfried Luckow.

Trotz dieser Einschränkungen hat Luckow, der 1953 in Schönberg geboren wurde und in Teschow aufwuchs, nie an einen Wegzug aus dem Grenzort gedacht. Hier ist er groß geworden, hatte dort später auch Arbeit in der LPG bekommen und seine Frau nach Teschow geholt. Beide hatten sich bei ihrer Landwirtschaftslehre in Elmenhorst kennengelernt.

Auch Editha Luckow arbeitete dann zunächst in der LPG des Ortes mit, bevor sie 1980 in den Rinderstall nach Sülsdorf ging. Sie, die aus Groß Görnow bei Sternberg stammt, ist in Teschow schnell heimisch geworden.

Seit 1976 leben Editha und Wilfried Luckow in der ehemaligen Arbeiterkate der Bauernstelle Möller und genießen heute mehr denn je vor allem die Natur in diesem beschaulichen Ort. Das war früher nicht so wie heute möglich. Da versperrte ein Grenzzaun den Zugang zum Dassower See und zu anderen schönen Flecken.

Während zu DDR-Zeiten nach Aussage der Familie Luckow kaum Menschen nach Teschow zogen, ist die Randlage zu Lübeck heute wieder attraktiv für Zuzüge. So sind einige Häuser neu gebaut worden und es zieht wieder etwas mehr Leben in Teschow ein. Nach der Grenzöffnung hatten viele Teschow verlassen, weil sie in den alten Bundesländern Arbeit fanden oder auch den Ort verlassen mussten, nachdem die Alteigentümer ihren Besitz zurückbekommen hatten.