Historie

Hof Selmsdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Selmsdorf und liegt im Nordwesten des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern.
Der Hof Selmsdorf gehört mit zu den ganz alten Pachthöfen des ehemaligen Fürstentums Ratzeburg. Schon im Steuerregister des Bischofs Georg von Blumenthal 1525 wird er als „Scheperie“ erwähnt, und als „Schefferei“ oder „Schafferei“ ziehen sich die Nachrichten durch die Jahrhunderte. Die Lage des Hofes war jedoch eine ganze andere als heute. Er lag zu beiden Seiten der Hauptstraße im Norden des Dorfes, einmal dort, wo sich heute die Grünanlage des ehemaligen zweiten Friedhofes befindet und gegenüber an der Straße nach ehemals Bardowiek und Palingen.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde der Hof für 1800 Taler an den Lübecker Bürgermeister Anton Köhler verpfändet. Aus diesem Anlass erfolgte eine genaue Aufnahme des Inventars. In dem „Meyer-Hauß“ gab es wie in den Bauernhäusern auch nur eine beheizbare Stube für die Bewohner, allerdings stand auch in der „Molken-Cammer“ ein kleiner Kachelofen, wohl darum, dass sich auch in der kalten Jahreszeit die Sahne schneller auf der Milch absetzte. Die Gebäude, vor allem die Strohdächer, hatten im Krieg gelitten. Im Jahre 1668 wurde der Hof wieder fürstlich.
Der Pachthof wurde wesentlich vergrößert, als ihm nach dem Dreißigjährigen Krieg die wüst gewordenen Stellen aus Selmsdorf und Bardowiek zugelegt wurden. In Bardowiek entstand sogar ein Nebenhof, dessen Fläche später verkauft und in eine Büdnerei umgewandelt wurde, während der Acker beim Hof verblieb.
Im Jahre 1803 verfügte Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz, der Vater der preußischen Königin Luise, die Verlegung des Hofes aus dem Dorf auf den „Hamfeldsberg“. Dort entstanden Wohnhaus, Scheune, Viehhaus, Pferdestall, Wagenschauer und Backhaus. Ein Jahr später wurde der neue Hof bezogen, der alte, zum Teil noch mit Gebäuden, verkauft. Pächter war damals Breuel, in dessen Familie die Pachtung etwas mehr als hundert Jahre verblieb.
Im 19. Jahrhundert wurden Flächen vom Hof abgenommen, die zum Teil aufgeforstet, aber auch Kartoffelland „für die Selmsdorfer kleinen Leute“ wurden. Im Jahre 1909 standen auf der Domäne insgesamt 18 Gebäude einschließlich der Katen für die Landarbeiter, die Zahl der Bewohner stieg in der Zeit von 1817 bis 1910 von 61 auf 85 Personen.
1945/46 wurde auch Hof Selmsdorf wie die meisten staatlichen Pachtgüter aufgesiedelt; Landarbeiter und Flüchtlinge erhielten Land und wurden zu Neubauern. Einige von ihnen erbauten sich die für die Zeit typischen Neubauernhäuser vom Typ Schlagsdorf, die, inzwischen modernisiert, den Großteil von der heutigen Bebauung Hof Selmsdorfs ausmachen. Von der alten, zu ihrer Zeit großartigen Hofanlage, ist nicht viel übrig geblieben. Ein ehemaliger vierhieschiger Katen wurde zum Doppelwohnhaus und eine Lindenallee zeigt die Lage des längst verschwundenen Pächterhauses an. Die Einwohnerzahl beträgt zur Zeit 25 Personen.
Informationen
Dorfgeschichten aus Selmsdorf
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