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Was kaum noch jemand gehofft hatte

Am 3. Oktober 2010 feiert Deutschland den 20. Jahrestag seiner Wiedervereinigung. Kaum jemand hatte gehofft, sie noch zu erleben. Doch die Friedliche Revolution in der DDR bahnte den Weg. Wenige Tage nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 wurde aus dem Ruf „Wir sind das Volk!“ „Wir sind ein Volk!“.

Bei den ersten freien Volkskammerwahlen am 18. März 1990 stimmte eine überwältigende Mehrheit für die Parteien, die die deutsche Einheit anstrebten. Bereits ein Vierteljahr später, am 1. Juli 1990, trat die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion in Kraft: Die D-Mark wurde Zahlungsmittel in der DDR. Am 12. September unterzeichneten die beiden deutschen Staaten und die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges das sogenannte Zwei-plus-Vier-Abkommen. Damit erklärten die Alliierten ihre Zustimmung zur Wiedervereinigung. Deutschland erhielt seine volle Souveränität zurück.

Eine rasante Entwicklung: Nicht einmal ein Jahr lag zwischen der ersten Leipziger Montagsdemonstration, die die Stasi nicht mehr auflösen konnte, und dem 3. Oktober, dem Tag der Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit.

In diesem Jahr, 2010, gibt es viele Anlässe, sich die Ereignisse von damals in Erinnerung zu rufen und eine Zwischenbilanz zu ziehen. Wie weit sind wir Deutschen mit dem Aufbau der Länder zwischen Ostsee und Erzgebirge vorangekommen? Was bleibt noch zu tun? Wie gehen wir mit den Erfahrungen aus der Zeit der SED-Diktatur um?